Samstag, 29. März 2008

"Es lebe das heilige Deutschland!"

Hassmails zu bekommen ist nichts Ungewöhnliches. Wenn jedoch der Absender bei einer Organisation tätig ist, in der er viel über das Töten lernt und jederzeit Zugang zu Waffen hat, dann bekommt solch eine Mail einen anderen Stellenwert. Jürgen Rose vom Arbeitskreis Darmstädter Signal erhielt solch eine Hassmail – gezeichnet mit Namen und Titel eines Mannes, der nicht nur bei der Bundeswehr tätig ist, sondern bei der Elitetruppe KSK, deren genaue Aktivitäten das Verteidigungsministerium weitgehend geheim hält.

Jeder Jürgen Rose erhielt eine Mail mit folgendem Inhalt:

Guten Tag Herr Rose,

durch Zufall bin ich über die Seite des DS gestoßen.

Mit Befremden registriere ich die strukturelle Ausrichtung Ihrer Vorfeldorganisation und distanziere mich als deutscher Offizier entschieden von diesem linken Zeitgeistkonglomerat uniformierter Verpflegungsempfänger. Nicht die Kritik an kritikwürdigen Themenfeldern kritisiere ich, sondern die Intention und Diktion dahinter. Sie wissen was ich meine und sie wissen auch, dass sie nicht das Sprachrohr einer, unserer Armee sind. Ich beurteile sie als Feind im Inneren und werde mein Handeln daran ausrichten, diesen Feind im Schwerpunkt zu zerschlagen. Die Phase des 68er Marsches ist beendet, kehren Sie um in den Gulag der politischen Korrektheit oder in die Sümpfe des Steinzeitmarxismus, dem Sie entkrochen sind. Sie werden beobachtet, nein nicht von impotenten instrumentalisierten Diensten, sondern von Offizieren einer neuen Generation, die handeln werden, wenn es die Zeit erforderlich macht.

Somit verbleibe ich mit vorzüglicher Geringschätzung und trefflicher Erheiterung in der Betrachtung Ihrer weiteren operativen Unfähigkeit.

[K.], Daniel Hauptmann *

"Es lebe das heilige Deutschland" (Stauffenberg)"

*Name geändert


Macht sich hier eine neue Form des blinden Militärgehorsam und des Totalitarismus breit?
Jürgen Rose sagt im Interview mit heise, dass er einen Anruf von einem Bundestagsabgeordneten bekommen hätte, der die Bundeswehr seit langem kennt, und der ihm sagte, dass man in früheren Zeiten – noch während des Kalten Krieges – einen solchen Offizier umstandslos entlassen hätte.
Jürgen Rose erstattete Anzeige bei der Polizei Anzeige und meldete den Fall Bundeswehrintern. Der Wehrbeauftragte monierte das er disziplinarische Würdigung für unangemessen hält.

Sie glauben also tatsächlich an eine solche Gruppe, und weniger an einen schlechten Scherz?

Hans-Jürgen Rose: Das ist natürlich schwer einzuschätzen. Es gibt in der Tat zwei Möglichkeiten: Die eine ist, dass er nicht ganz Herr seiner Sinne war, als er das schrieb - vielleicht hatte er exzessiv dem Alkoholgenuss gefrönt. Das scheint mir aber nicht ganz so wahrscheinlich - vor dem Hintergrund, in dem sich das KSK oftmals schon bewegt hat (oder zumindest bestimmte Kameraden aus dem KSK, was ab und zu mal nach oben gekommen ist, beispielsweise die Fahrten mit Rommels Afrikakorps-Palme in Afghanistan). Aber es lässt sich nicht endgültig entscheiden, ob er da jetzt als Einzeltäter steht, oder ob tatsächlich - wie er schreibt - eine Gruppe dahintersteckt. Das sind auch die Befürchtungen und Überlegungen, die den Wehrbeauftragten bewegt haben (und die ihm Sorgen bereiten) - dass [K.] tatsächlich für eine Art Freikorps steht, wie wir das aus Weimarer Zeiten kennen.



Quelle: heise

Dienstag, 25. März 2008

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!



EDIT:

Auch sehr gut:

Samstag, 22. März 2008

Agenda 2010



Diese Grafik spricht Bände.
Selbst die SPD Anhängerschaft scheint mittlerweile, zumindest teilweise, in der Realität angekommen zu sein.

Mittwoch, 19. März 2008

Kim-Jong Il in Skype verewigt?



(Screenshot aus dem Skype-Chat mit einer Genossin)

... Was soll uns dieser Smiley sagen?

Zivilisten bei US-Angriff getötet

US-geführte Truppen in Afghanistan haben nach offiziellen Angaben sechs Zivilisten getötet, darunter zwei Kinder und eine Frau. Die ausländischen Soldaten hätten in der Ortschaft Mukibel in der südöstlichen Provinz Chost ein Haus gestürmt und die Menschen getötet, sagte Distrikt-Gouverneur Gul Kasim am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben der Koalitionstruppen wurden indes nur zwei Zivilisten eine Frau und ein Junge - sowie mehrere Aufständische getötet.

Quelle: SPON


Friedlicher Wiederaufbau - mit Militärischer Unterstützung? Ein totales Paradoxon.
Krieg für den Frieden ist eine Illusion, es gibt keinen "guten Krieg". In jedem Krieg sterben Soldaten und Zivilisten. Unnötige Todesopfer für einen Krieg bei dem es nur um Rohstoffe geht. Hilfsorganisationen wie beispielsweise UNICEF sagen, dass friedlicher Wiederaufbau des Landes auch nur mit friedlichen Mitteln wirksam ist, nicht mit Waffen.
Aufgebrachte Dorfbewohner riefen: "Wir ziehen in den Heiligen Krieg" und "Tod für Bush".
Wird so Frieden geschaffen? Erzeugt man so eine konstruktive Atmosphäre?
Keineswegs. Einzig und allein der Hass wird geschürt, der Terrorismus gefördert.

Dienstag, 18. März 2008

Rezension: Die Welle (Film)

Heute war Kino - großes Kino? Anlässlich meiner Weiterbildung in soziologischen Fragen besuchte ich den Film "Die Welle" im Cinematographentheater, auch Kino genannt.
Der Film stellt eine normale Schule auf dem Wandel zum Faschismus hin vor:
Dabei dreht sich die Handlung hauptsächlich um den Gymnasiallehrer Rainer Wenger und eine Gruppe von Schülern. Während einer Projektwoche zum Thema „Staatsformen“ bekommt der Gymnasiallehrer Rainer Wenger gegen seinen Willen statt des Thema Anarchie das Thema Autokratie zugeteilt. Seine Schüler finden das Thema langweilig und meinen, es bestehe sowieso keine Gefahr einer Autokratie oder Diktatur mehr in Deutschland. Er startet ein Experiment, um seinen Schülern zu demonstrieren, wie einfach es auch heute noch ist, die Massen zu manipulieren und eine Diktatur zu errichten. Er gründet „Die Welle“.

Im Laufe dieses Experimentes werden die Schüler immer stärker auf Linie getrimmt und es entwickelt sich eine starke Gruppendynamik durch gemeinschaftliche Identität. Andersdenkende werden ausgegrenzt, der Faschismus bricht sich Bahn.
Durch eben dieses subtile Charisma des Lehrers, aber auch durch das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe entsteht eine Dynamik, welche das ganze Projekt bis zur Eskalation verselbstständigen lässt.

Erschreckend ist dabei der Bezug zur Gegenwart: Mitten aus dem Alltag gegriffen, an irgendeiner Schule in irgendeinem Teil Deutschlands mit ganz normalen, durchschnittlichen Schülern bekommt die Handlung einen beklemmenden Bezug zum Hier und Heute.

Ein hoch interessanter Aspekt dabei ist die Schuluniform: Sie vermittelt den Schülern ein Zusammengehörigkeitsgefühl, tötet jedoch gleichzeitig den Individualismus und stellt einen Schritt, eine Grundlage in Richtung Faschismus dar.

Alles in allem ist der Film eine gelungene Verfilmung zeitloser soziaologischer Phänomene, vor welchen man sich dringlichst schützen sollte. Gerade in einer Welt der Visionslosigkeit, der entpolitisierung und stark zunehmenden Unmündigkeit ist es wichtig den Demagogen und "Führern" keinen Nährboden zu liefern.

Montag, 10. März 2008

Grüße aus dem ND

Aus dem ND vom 8. März, Grußseite zum Frauentag. Sehr amüsant:


Also dann. Nachträgliche Grüße, Genossin ;-)

Sonntag, 9. März 2008

Zurück in die 30er

Wohl kaum eine Auszeichnung ist so vorbelastet wie das "Eiserne Kreuz" - und doch debattiert der Bundestag derzeit darüber, einen solchen Orden für Mut und Tapferkeit einzuführen oder wiederzubeleben. Jetzt meldete sich der Zentralrat der Juden zu Wort - und kritisierte mit deutlichen Worten die Pläne, die unter anderem von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) und Bundespräsident Horst Köhler unterstützt werden.


Quelle: SPON


Gerade erst kommt die Aufarbeitung der Faschistischen Vergangenheit unseres Landes ins Rollen, da fordern die ersten Stimmen schon wieder die (Rück)Besinnung auf "alte Tugenden".
Da wird von einer Medallie für "Tapferkeit" gesprochen, während rund um den Globus Menschen von Soldatenhand ermordet werden. Im Krieg gibt es keine Tapferkeit. Es gibt nur Leben und Tod - und wer darüber zu entscheiden hat.

Wirklich Tapfer im Krieg zu sein bedeutet Dummheit und Unmündigkeit. Die Vernunft und die aufklärerische Lehre des Humanismus gebietet sich der Waffe im Kriegsfall zu verweigern. Also für diese Dummheit auch noch eine dem Eisernen Kreuz gleich kommende Medallie zu verleihen ist mehr als anachronistisch. Es ist eine Regression der gesellschaftlichen Kultur. Die Schicht des breiten Empörens fehlt - einzig und allein der Zentralrat der Juden wehrt sich gegen dieses wideraufblühen der Werte aus glücklicherweise vergangenen Tagen.

Hätte man eben diese Forderung in der Zeit der höchsten Aufklärung in Deutschland, Anfang der 70er Jahre gebracht - Die Intellektuelle Oberschicht aber auch große Teile des aufgeklärten Bürgertums hätten sich empört.
Doch heute verliert der Mensch in Zeiten des Neoliberalismus und der ausbeuterischen Globalisierung seinen Boden, braucht wieder "Werte aus alter Zeit" und ein Nationalgefühl. Eine gefährliche Entwicklung die sich da breit macht.

Gerade 1945 abgeschafft dient das Eiserne Kreuz doch seit 1956 wieder als Bundeswehr-logo. Nun auch wieder als Orden? Ein klares NEIN ist die einzige Antwort, die eines aufgeklärten Menschen würdig ist.

Der Sozialismus in Lateinamerika - Umfrage

Nun interessiert die Frage, welcher sozialistische Staatsmann in Lateinamerika sowohl in der Gegenwart als auch in der Geschichte am meisten die Gunst unserer Leser verdient hat.

Putins Puppenkiste



... Auf das endlich Demokratie im Kreml einziehen möge.

Samstag, 8. März 2008

Internationaler Frauentag!


Wir wünschen allen Kolleginnen, Genossinnen, Revolutionärinnen und der gesamten weiblichen Welt alles Gute zum Internationalen Frauentag!

Freitag, 7. März 2008

Ein bischen Kultur für zwischendurch

Im folgenden meine Gedichtinterpretation (im Rahmen einer Schularbeit) zu Brecht:

Interpretation zu
“Lob des Kommunismus”




Lob des Kommunismus
(Bertolt Brecht)

1.Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.

2.Du bist doch kein Ausbeuter, du kannst ihn begreifen.

3.Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm.

4.Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig.

5.Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit.

6.Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen,

7.Aber wir wissen:

8.Er ist das Ende der Verbrechen.

9.Er ist keine Tollheit, sondern

10.Das Ende der Tollheit.

11.Er ist nicht das Rätsel,

12.Sondern die Lösung.

13.Er ist das Einfache,

14.Das schwer zu machen ist.






Das “Lob des Kommunismus” ist ein Gedicht aus Brecht’s Theaterstück “Die Mutter”, uraufgeführt 1932. In diesem also zu Beginn der 30er Jahre ausgearbeiteten Gedicht bezweckt Brecht offensichtlich seine politische Haltung, eine kommunistische Weltanschauung dem Leser auf direkte Art und Weise näher zu bringen, wobei hier besonders die Wichtigkeit der marxistischen Dialektik betont sei.
Zur Entstehungszeit des Gedichtes herrschte in der damaligen Weimarer Republik große Verwirrung in den politischen Verhältnissen. Der Kampf zwischen Kommunisten und Faschisten befand sich zu jener Zeit auf dem Höhepunkt. Brecht stellt sich mit diesem Werk ganz klar auf die Seite des Kommunismus.
Das Gedicht besteht aus nur einer Strophe mit 14 Versen.
Zu Beginn setzt Brecht mit einem Anapäst an, womit er im ersten Vers, 3 Behauptungen über den Kommunismus aufstellt (vernünftig, allgemein verständlich, leicht).
Dieser Trikolon soll die Eindringlichkeit beim Leser steigern.
Im Laufe des zweiten Verses wird das Versmaß unregelmäßiger und kann auf verschiedene Art und Weise betont werden. Schon ab Vers 1 setzt die Anapher “Er” (der Kommunismus) ein. Diese Anapher, welche sich über das ganze Gedicht erstreckt, hat den Sinn, den Kommunismus auf das ganze Gedicht auszubreiten ohne ihn extra erwähnen zu müssen. “Er” bekommt so etwas Allgegenwärtiges und Selbstverständliches. Das heißt, dass im ganzen Gedicht kein einziges mal das Wort “Kommunismus” vorkommt. Hier wird der Eindruck vermittelt, als sei der Kommunismus etwas völlig Normales, welches keine besondere Erwähnung benötigt.
Die Verse sind wechselnd aufgebaut und es ergibt sich ein “Frage-Antwort” Charakter. Im ersten Vers kommen die oben genannten Feststellungen, im zweiten Vers kommt die Antwort mit Bezug auf den Leser. Im vierten Vers kommt eine Behauptung auf welche im fünften Vers eine Richtigstellung folgt. Ebenso verhält es sich mit Vers 6 und 8.
Zu bemerken ist dabei, dass bis Vers 6 jeder Vers abwechselnd mit “E” und “D” beginnt.
Dieser Frage-Antwort Charakter unterstreicht die Lehrfunktion des Gedichtes. Brecht versucht hier nämlich nicht eine Situation zu beschreiben, sondern er spricht den Leser direkt an und “belehrt” ihn quasi über den Kommunismus. Dabei kommt im ganzen Gedicht kein einziger Reim vor.
Vers 7 ist eine besondere Bedeutung zu zumessen, eine Zäsur findet statt: Er stellt den Wendepunkt des Gedichts dar. Vorher war die Auseinandersetzung mit dem Leser, hinterher eine auf Gegensätze bezogene Darstellung des Kommunismus.
Ab Vers 8 konfrontiert Brecht den Leser mit Gegensätzen.
So ist “Tollheit” und “Ende der Tollheit” (Vers 9 und 10) ebenso ein Gegensatz wie “Rätsel” und “Lösung (Vers 11 und 12) sowie “Einfache” und “schwer” (Vers 13 und 14).

Dieser lyrische Gegensatzcharakter repräsentiert den dialektischen Charakter des Kommunismus. Brecht bringt somit das dialektische Wesen des Kommunismus in der Struktur des Gedichts unter. Das macht den speziellen Bezug des Gedichtes auf den Kommunismus noch einmal deutlich. Ohne klares Versmaß und ohne Reime geht es Brecht bei diesem vergleichsweise kurzen Gedicht einzig und allein darum, den Leser über die Vorzüge des Kommunismus aufzuklären, lediglich am Schluss (Vers 14) nennt er den Nachteil der schweren Realisierung. Das soll jedoch die Wichtigkeit des Kommunismus nicht relativieren, sondern dem Leser verdeutlichen, dass harte Arbeit zum Aufbau des Kommunismus von Nöten ist.

Mit diesem bringt Brecht die Kommunistische Agitation in die Lyrik und macht sie so “hoffähig”. Auch heute noch ein gelungenes Beispiel, wie den Volksmassen auf leicht verständliche Weise die Ideen des Kommunismus näher gebracht werden können.
Brecht schafft dabei, das Wesen des Kommunismus und der Dialektik in 14 Versen unterzubringen und ein allgemein verständliches Referenzwerk der lyrischen Agitation zu erarbeiten. So gesehen leistete Brecht hier sehr gute Vorarbeit. Deshalb: Ein Lob dem Lob des Kommunismus!

Auswertung der Umfrageergebnisse

Nach der letzten Umfrage, ob weiterhin eine Zusammenarbeit mit der DKP weiterhin betrieben werden soll, kristallisierte sich ein klaren "Nein" von 62% heraus. Es war auch nicht anders zu erwarten, haben die Äußerungen Christel Wegners großes Aufsehen erregt.
Ich persönlich tendiere dazu nicht auf die gesamte DKP zu schließen und dem Thema weitehrin offen entgegenzusehen.