Am 11. Mai wird in Deutschland wieder Muttertag gefeiert. Ein Tag, um der harten Arbeit der Mütter zu gedenken und somit auch um die Mutterschaft zu ehren. Auf den ersten Blick betrachtet an sich eine löbliche Sache, hat jener Muttertag doch eine bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichende Geschichte. Zum ersten mal 1914 in den USA begangen, kam der Muttertag schnell nach Mitteleuropa.
Doch 1933 wurde der Muttertag von den Nazis in Deutschland zum offiziellen Feiertag auserkoren um ihre perfide Idologie von der „Herrenrasse“ zu manifestieren und die Frau auf die Rolle der Mutter, der Gebährmaschine für Kanonenfutter, zu reduzieren.
Angesichts dieser extrem frauenfeindlichen Verkehrung des Muttertages, ist dieser durch die extreme historische Vorbelastung in Deutschland äußerst fragwürdig.
Andere Länder haben dies erkannt und dort wird der Internationale Frauentag am 8. März statt des Muttertages gefeiert. Ein Tag, für alle Frauen, um den großen Errungenschaften der Emanzipation und des Frauenwahlrechts zu gedenken. Zum ersten mal 1910 von der Sozialistin Clara Zetkin ins Leben gerufen ist der 8. März in vielen Ländern offizieller Feiertag. In Deutschland von 1933 bis 1945 durch die Nazis verboten, wird der Internationale Frauentag auch hierzulande immer öfter gefeiert. Vor allem im Osten Deutschlands wird heute der Frauentag statt des Muttertags begangen, da sich die DDR bewusst von der reaktionären Tradition des Muttertags losgesagt hatte.
Auch wir sollten dem bürgerlich-antiemanzipatorischen Muttertag, welcher die Frau nur auf ihre Funktion der Mutter reduziert, abschwören und am 8. März weltweit dem harten Kampf der Emanzipation Respekt zollen. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Berufsleben ist noch lange nicht abgeschlossen, noch immer verdienen Frauen im Schnitt weniger als ihre Männlichen Kollegen. Darum: Frauentag statt Muttertag – Feminismus statt historisch vorbelasteten Relikten muss hier das Credo des aufgeklärten Menschen lauten. Allen Frauen nachträglich alles gute zum Internationalen sozialistischen Frauentag!
Sonntag, 11. Mai 2008
JA zur Emanzipation - Frauentag statt Muttertag!
Eingestellt von
Marcel
um
00:43
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)








1 Kommentare:
Davon träumt natürlich jede Frau! Erst macht man ihr die natürliche Tatsache der Geburt madig, zeigt auf, wie billig, nichtswertig und angeblich antiquiert Kindererziehung ist (schließlich kann man Kindererziehung auch outsourcen) und dann "adelt" man sie auch noch, indem man sie zum Produktionsfaktor ernennt, der sein Geschlecht am Firmentor abzugeben hat.
Nun werden gleich aufgestachelte Sozialisten schreien, dass doch alle Menschen gleich sind. Ja, sind sie, aber dennoch sind sie verschieden! In Gleichheit different! Und wir sollten dankbar dafür sein, dass es den Unterschied zwischen Mann und Frau gibt. Die Chuzpe, Kindererziehung zu etwas schmuddeligen zu erklären, betrifft gar nicht das Mutterdasein alleine, sondern beide Elternteile.
Wenn eine Frau Produktionsfaktor sein will, dann soll sie es sein. Steine in den Weg dürfen nicht gelegt werden. Wenn sie aber meint, das Muttersein erfüllt sie derart mit Glück, dass sie dies gerne rund um die Uhr wäre, weshalb stellen sich unverbesserliche "Arbeit, Arbeit-über-alles"-Sozialisten - die sich in dieser Frage kapitalistischer Werte bedienen - mit mahnenden Zeigefinger in den Weg und fabulieren über die Emanzipationsbewegung, gerade so, als sei Kindererziehung ein unmündiger Akt?
Anstatt das Mutter- oder Vatersein weiter schlecht zu reden, weiter so zu tun, als sei das eine schmuddelige Angelegenheit, sollten jene, die glauben im Sozialismus zuhause zu sein, einmal wirklich überlegen, was zu tun ist, damit Eltern frei Eltern sein dürfen und können - sofern die Eltern es wollen. Sie - die Sozialisten - sollten sich endlich davon verabschieden, Menschen ebenso wie der bekämpfte Gegenpart, nach Wert und Nutzen einzustufen.
Wenn das kapitalistische Kosten-Nutzen-Denken durch ein sozialistisches abgelöst wird, kann man gleich an Ort und Stelle verweilen. Was Not tut ist Freiheit und die Befreiung von der unheiligen Denkart, Menschen nach Nutzen einteilen zu wollen. Wenn das nicht geschieht, bedarf die Menschheit keiner Veränderung, sondern kann sich gedankenlos an die Arbeit machen, die dann für Wenige noch bleibt...
Kommentar veröffentlichen