Samstag, 12. April 2008

Free Tibet?

War hat nicht die schrecklichen Ereignisse in Tibet vor einigen Wochen mitbekommen?
„Tibetische Mönche demonstrieren friedlich für ihre Rechte und werden einfach niedergeknüppelt.“
So sagen es zumindest die meisten bürgerlichen Medien. Seit der Chinesischen Besatzung 1950 wird die Tibetische Kultur und Religion unterdrückt, das ist unbestreitbar. Doch wurde die materielle Situation in Tibet erheblich verbessert: Die Volksrepublik China pumpt jedes Jahr 200 Millionen $ nach Tibet um dort für bessere Infrastruktur zu sorgen. Hinzu kommt, das es ein Minderheiten Förderungsprogramm gibt, welches die Tibetische Bevölkerung unterstützen soll. Ohne die Verhältnisse in derVR China beschönigen zu wollen – aber Tibet war, ist und wird immer ein Teil Chinas sein. Schon seit tausenden von Jahren ist Tibet ein Teil Chinas. Tibet war vor 1950 nie völkerrechtlich als eingenständiger Staat anerkannt. Natürlich ist die derzeitige Lage der Tibeter nicht optimal, doch rechtfertigt dies den gewaltsamen Protest gegen die Zivilbevölkerung?
Nachdem man die friedlichen Proteste gewähren lies, zündeten aufgebrachte tibetische Jugendliche in Lhasa chinesische Geschäfte und Restaurants an, verbrannten Ladenbesitzer bei lebendigem Leib, verfolgten Passantinnen auf der Straße und steinigten sie, weil sie Chinesinnen waren oder wie solche aussahen. Das ist rassistische Gewalt und durch nichts zu rechtfertigen.
Trotzdem herrscht bei vielen Menschen im Westen der Eindruck: "DIE Chinesen" greifen "DIE Tibeter" an. Woher rührt dieses Missverständnis?
Ein wichtiger Grund ist sicher die Idealisierung des Dalai-Lamas. Die Tibeter seien aufgrund ihrer Religion ausnahmslos sanfte und gewaltlose Menschen, glauben viele. Auch die brutalen Ausschreitungen scheinen dieses Bild nicht zu erschüttern.
Die moderne Geschichtsschreibung weiß indes längst, das Tibet bis zur Invasion der Chinesen nicht die paradisische Gesellschaft war, welche der Dalai-Lama immer wieder beschwört. Für die Große Masse der Bevölkerung war das „alte Tibet“ tatsächlich die „Hölle auf Erden“, von der in der chinesischen Propaganda immer die Rede ist.
Es herrschte nichts als grausame Mönchsdiktatur. 95% der Bauern waren Leibeigene der Mönche, die meisten durften weder lesen noch schreiben lernen. Ausbildung und gesundheitliche Versorgung gab es nur an den Klöstern. Es herrschte eine schreckliche Terrorherrschaft der Dalai-Lama Clique.
Grausame unterwerfungsrituale, Folter und Psychoterror waren die Realität im Buddhistischen Tibet. Es ist unbestreitbar, dass der Tibetische Buddhismus geistes- und seelenverkrüppelte Menschen heranzüchtet. Neben zahlreichen Kontakten mit Faschisten aus aller Welt (Heinrich Harrer, Miguel Serrano, Shoku Asahara) hat sich der Dalai-Lama nie einer Wahl gestellt und war damit faktisch ein Diktator.
Diese unreflektierte Solidarität mit Tibet ist daher absolut nicht Nachvollziehbar. Die verharmlosung der grausamen Verbrechen der Mönche und die unausgewogene Berichterstattung über die Vorgänge in Tibet ist nicht hinnehmbar. „Free Tibet“ als Motto der Volksbefreiungsarmee 1950 wäre damals sicher angebracht gewesen. Doch wer Tibet heute „befreien“ will, muss erst einmal die historischen Tatsachen anerkennen.

Quelle:

Stern
jungeWelt vom 26. / 27. März 2008.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein lesenswerter Beitrag!
Die einseitige Berichterstattung der bürgerlichen Medien in Sachen Tibet ist wirklich ein Ärgernis. Der Dalai Lama sollte auch einmal die Frage beantworten, wie er sich eine Gesellschaft in Tibet nach einer "Befreiung" vorstellt. Zurück ins Mittelalter?

phaidros hat gesagt…

Na sowas. Wie kommt einer nur auf den Gedanken, daß 'die Chinesen - die Tibeter' angreifen. Gänzlich unverständlich das !
Liegt es vielleicht daran, daß chinesische Soldaten wehrlose und unbewaffnete Mönche zu tausenden niedergeschossen und die dann leerstehenden Klöster dem Erdboden gleichgemacht haben? Wäre doch kleinlich noch in dieser alten Geschichte rumzurühren. Ist ja schon soooo lange her und vieles hat sich doch seither zum Guten gewendet in China.
Längst knallt man nicht mehr einfach so in die Massen wie damals auf dem 'Platz des überirdischen Gemetzels' (nein, das war falsch: 'Platz des himmlischen Friedens' muß es natürlich heißen). Man hat gelernt und holt sich die unbequemen Leute einzeln. Bestimmt wird es von offizieller Seite sehr bedauert, daß noch so häufig die Todesstrafe vollstreckt werden muß.
Warum um alles in der Welt rebellieren also die jungen Tibeter, die undankbaren, die den Chinesen doch soviel zu verdanken haben? Wohlgemerkt : Die JUNGEN und nicht die alten Mönche wie der vielgescholtene Dalai Lama, die in Frieden neben den Chinesen leben wollen und dafür auch den Wunsch nach einem selbstständigen Staat aufgegeben haben und sich mit gestärkten Autonomierechten zufriedengeben würden.
Vielleicht weil diese jungen Tibeter noch zu jung sind um ein Leben ohne Zukunftsperspektive akzeptieren zu können. Sie haben wohl einfach keine rechte Lust in einem Überwachungs- und Polizei- bzw. Militärstaat zu leben. Seltsam. Wahrscheinlich wollen sie auch einfach mal andere Meinungen haben dürfen und das auf der Straße kundtun können ohne gleich das Leben zu riskieren weil eine 'einstweilige Erschiessung' (um Seyfried zu zitieren) angeordnet wurde.
Also diese jungen Leute wollen doch einfach immer zuviel!

Der tibetische Buddhismus ist eine der friedliebensten und lebensfreundlichsten (gegenüber ALLEN Lebewesen) Religionen auf unserer Erde. Das haben auch die jungen Tibeter noch so von Ihren Eltern und den Mönchen gelernt.
Daß sie sich jetzt gegen ihre eigene, tief verwurzelte Lehre und deren Vertreter auflehnen, weil sie die herrschenden Zustände nicht mehr ertragen, spricht sehr gegen die Politik des chinesischen Regimes.
Genaugenommen ist das die Schlussfolgerung aus der Tatsache, daß auch mittels jahrzehtelanger Unterdrückung kein Staat zu machen ist. Im wahrsten Sinn des Wortes!

Togano hat gesagt…

Es mag sein, dass der tibetische Buddhismus eine friedliebende Religion ist (ob "die friedliebendste" sei dahingestellt). Bei aller berechtigten Kritik an China wundere ich mich dennoch, dass dem tibetischen Feudalsystem so viel irrationales Wohlwollen entgegengebracht wird.
Soll denn Tibet wieder eine Art "Gottesstaat" werden oder vielleicht doch lieber eine laizistische Gesellschaft mit einem demokratisch legitimierten Staatsoberhaupt (was der Dalai Lama NICHT ist).

phaidros hat gesagt…

Dieses 'irrationale Wohlwollen' ist sehr rational begründet und greifbar.
Man nehme die alte (in unseren westlichen Werten verwurzelte)linke Weißheit von Rosa Luxemburg : "Freiheit ist immer auch die Freiheit der anders Denkenden" und übersetze sie in östliche Kulturformen.
Man kann dabei zwei Dinge feststellen: China hat es damit absolut nicht so. Die Tibeter - einschließlich ihrer 'Dalai-Clique'- allerdings sehrwohl. Mehr noch. Es ist eine der wichtigsten Prinzipien in Ihrer Kultur. Daher mein Respekt gegenüber den Tibetern im allgemeinen und dem Dalai Lama im Besonderen.

Nordatlantikpakt hat gesagt…

Rofl. Das ihr das was die Chinesische Propaganda erzählt so unreflektiert glaubt lässt mich an eurem Verstand zweifeln, nahezu alle Informationen aus Tibet kommen von der KP, da diese keine Journalisten ins Land lässt. Allein schon diese Formulierungen "unschuldige Passanten gesteinigt" "Ladenbesitzer bei lebendigem Leibe verbrannt" oder so ähnlich, das glaubt ihr jawohl nicht wirklich. Die "Mönchsdikatur" ist ebenfalls eine Erfindung der Chinesischen Propaganda. Die KP zerstört die Tibetische Kultur, Klöster werden zerstört udn Mönche verhaftet und gefoltert, das Tibetische Volk wird unterdrückt, tibetische Frauen werden zwangssterilisert, das Land wird wirtschaftlich ausgebeutet.
@Anonym der Dalai Lama fordert garkeine Unabhängigkeit Tibets er fordert nur eine bewahrung der Tibetischen Kultur.