Dienstag, 20. Mai 2008

Betonkommunistin?

Leserbrief auf einen SPON-Artikel:

Guten Tag Herr Hengst,

Was Ihre Wortwahl angeht, so war Ihr Artikel über Sarah Wagenknecht leider auf dem Niveau der BILD-Zeitung.
Die Verteufelung der Person Wagenknecht's ist nur eine weitere Hetzjagd gegen das "Gespenst des Kommunismus".
Da stellt sich die Frage, wer hier die Geschichte nicht aufgearbeitet hat.
Das einseitige Verdammen der DDR als "Teufelsstaat" ist eine undifferenzierte Sicht der Dinge, welche Frau Wagenknecht vollkommen zurecht aufrüttelt.
Sie als "DDR-Nostalgikerin" und "Betonkommunistin" zu bezeichnen, liegt für gewöhnlich eher den Redakteuren des Springer-Konzerns. Vielleicht sollten Sie dort einmal anfragen - populistisch-antikommunistische Propagandaschreiberlinge werden dort immer gebraucht.

Mit freundlichen Grüßen

Marcel Kunzmann
DIE LINKE. Kreisverband Bodensee

Mittwoch, 14. Mai 2008

BILD liebt Berlusconi


Klasse - was brauchen wir auch eine differenzierte Betrachtung der politischen Ökonomie in unseren europäischen Nachbarländern? Super-Sonne-Sommer-Sonnenschein. Was will man mehr?
Ein rechtspopulist, der Kinder-fressende Kommunisten beschreibt und nebenbei das Land ins Chaos stürzt, ein Papst der durch seine Anti-Aids Haltung für den Tod von Millionen Aidskranken mitverantwortlich ist - das alles sind doch keine Gründe die Partylaune aufzugeben.
Also geben wir uns hin, der modernen Verblödungsindustrie, BILD empfängt die "Schöne neue Welt."
Denn wer sich Gedanken macht, ist hierzulande der "Verlierer".

Oder um es kreativ-witzig auszudrücken:

Gibt’s ein „neues, deutsches Desinteresse an Nordkorea – eine Entliebung“? Die progressiv-provinzielle „Süddeutsche Zeitung “ (SZ) weint unserem Lieblingsland enttäuschte Tränen nach: Immer noch Diktatur!? Missbrauch der kommunistischen Idee! Hungernde Kinder! Extreme Rüstungsausgaben! Militarismus!? Sonnenstich der SZ im Biergarten?

BILD liebt Nordkorea: Geile Offiziere! Militärparaden! Super-sexy Pornobrillen Kim Jong-Il! Ab 5 Pfund Reis sind wir alle Nordkoreaner!

Sonntag, 11. Mai 2008

JA zur Emanzipation - Frauentag statt Muttertag!

Am 11. Mai wird in Deutschland wieder Muttertag gefeiert. Ein Tag, um der harten Arbeit der Mütter zu gedenken und somit auch um die Mutterschaft zu ehren. Auf den ersten Blick betrachtet an sich eine löbliche Sache, hat jener Muttertag doch eine bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichende Geschichte. Zum ersten mal 1914 in den USA begangen, kam der Muttertag schnell nach Mitteleuropa.
Doch 1933 wurde der Muttertag von den Nazis in Deutschland zum offiziellen Feiertag auserkoren um ihre perfide Idologie von der „Herrenrasse“ zu manifestieren und die Frau auf die Rolle der Mutter, der Gebährmaschine für Kanonenfutter, zu reduzieren.
Angesichts dieser extrem frauenfeindlichen Verkehrung des Muttertages, ist dieser durch die extreme historische Vorbelastung in Deutschland äußerst fragwürdig.
Andere Länder haben dies erkannt und dort wird der Internationale Frauentag am 8. März statt des Muttertages gefeiert. Ein Tag, für alle Frauen, um den großen Errungenschaften der Emanzipation und des Frauenwahlrechts zu gedenken. Zum ersten mal 1910 von der Sozialistin Clara Zetkin ins Leben gerufen ist der 8. März in vielen Ländern offizieller Feiertag. In Deutschland von 1933 bis 1945 durch die Nazis verboten, wird der Internationale Frauentag auch hierzulande immer öfter gefeiert. Vor allem im Osten Deutschlands wird heute der Frauentag statt des Muttertags begangen, da sich die DDR bewusst von der reaktionären Tradition des Muttertags losgesagt hatte.
Auch wir sollten dem bürgerlich-antiemanzipatorischen Muttertag, welcher die Frau nur auf ihre Funktion der Mutter reduziert, abschwören und am 8. März weltweit dem harten Kampf der Emanzipation Respekt zollen. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Berufsleben ist noch lange nicht abgeschlossen, noch immer verdienen Frauen im Schnitt weniger als ihre Männlichen Kollegen. Darum: Frauentag statt Muttertag – Feminismus statt historisch vorbelasteten Relikten muss hier das Credo des aufgeklärten Menschen lauten. Allen Frauen nachträglich alles gute zum Internationalen sozialistischen Frauentag!

Freitag, 9. Mai 2008

Wahlbetrug bei den Jusos

Das ehemalige Juso-Bundesvorstandsmitglied Christian Reinke erläutert auf dem Bundeskongress der Jusos 2007 in Wolfsburg diverse Wahlbetrüge der Jusos in den 90er Jahren.
Den Delegiertenplatz zum Juso-Bundeskongress bekam er nur, weil die Zählkommission "ein bisschen nachgeholfen" hat, sagt er selbst ganz offen vor allen delegierten, welche diese Verletzung demokratischer Spielregeln mit Heiterkeit entgegennehmen.

Auch Reinkes Eingeständnis einer Manipulation beim Juso-Bundeskongress 1995 in Gera wurde mit Heiterkeit quittiert. Damals hätten Nachwuchs-Sozis betrogen, als sie nicht durch Wahlen legitimierte Ersatzdelegierte ins Rennen schickten. Auch die Juso-Truppe aus Mecklenburg-Vorpommern habe eine nicht gewählte Delegierte nachgemeldet und so ebenfalls "zu den Betrügern dieses Bundeskongresses gehört". Reinke ist heute Wahlkreismitarbeiter des Rostocker SPD-Landtagsabgeordneten Mathias Brodkorb.

Unglaublich, wie fahrlässig bei den sogenannten Jung "sozialisten" mit demokratischen Grundsätzen umgegangen wird. Die Jusos scheinen, wie auch die SPD, sich immer weiter in einen korrupten Haufen zu verwandeln.

Quelle: SPON

Dienstag, 6. Mai 2008

Die letzte Schlacht gewinnen wir!


Vom 2. bis 4. Mai fand von der linksjugend [solid'] und Die Linke.SDS veranstaltete Kongress "40 Jahre 1968 - Die letzte Schlacht gewinnen wir!" an der Humboldt Uni zu Berlin statt.
Bis auf eine kleine Protestaktion von jungen Rechten, welche 2 Stunden vor Veranstaltungsbeginn einige Flyer von der Audimax-Tribüne unter die Leute brachten, lief der Kongress reibungslos und friedlich ab. Aufgrund der frühen Stunde verlief sich diese Aktion und fand unter den Kongressteilnehmern kaum Beachtung. Die Frankfurter Rundschau schreibt über diese Aktion:

Pünktlich um zehn regnet es plötzlich Pamphlete ins Audimax. Eine Handvoll junger Männer hat sich oben auf die Balustrade geschlichen, ein Plakat mit dem “Massenmörder” Lenin entrollt und ruft nun “Scheiß-Sozialisten” in den Saal. “Hoch die internationale Solidarität” schreien die Geschmähten zurück, es kommt zu einem Gerangel, und 20 Sekunden später stehen die Störenfriede, die sich “Konservativ-subversive Aktion” nennen, draußen vor der Tür. Verkehrte Welt: Rechte als Hochschul-Guerilla, die ordentlich aufgereihten Linken die Tagesordnung verhageln - andere Zeiten, andere Sitten.

Ansonsten wurde mit den ca. 1.600 Kongressteilnehmern produktiv debattiert und diskutiert.
In insgesamt über 70 verschiedenen Podien, Workshops, Textseminaren und sonstigen Veranstaltungen wurden Schlüsse aus 1968 gezogen und Analysen für die Gegenwart angestellt.
Mit Prominenten Gästen wie die Bundestagsabgeordnete der Linken, Katja Kipping, Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel und dem Bundestagsabgeordneten der Grünen, Christian Ströbele fanden rege Diskussionen statt.

So konstatierten der Berliner Stadtsoziologe Andrej Holm und der Psychologieprofessor Morus Markardt einen Rückgang der Mittel für die kritische Lehre an deutschen Hochschulen. Vielfach wurde auf die Notwendigkeit des außerparlamentarischen Kampfes hingewiesen. Als beispielhaft gelten hier die Studierendenproteste in Hessen. Erst sie machten es möglich, dass Anfang Juni der hessische Landtag die Abschaffung von Studiengebühren beschließen wird.

Neben der Vernetzung und dem Austausch der Mitglieder des seit knapp einem Jahr bestehenden SDS diente der Kongress ebenfalls dazu die Gesellschaft neu zu analysieren, ein Zweites 68 zu schaffen, das "notwendiger denn je" ist.

Als Abschlussaktion fand am Sonntag Nachmittag eine kleine Spontandemo von der Humbold-Uni zum Brandenburger Tor und zurück statt. Dabei wurde die Straße "Unter den Linden" symbolisch in "Rudi-Dutschke-Straße" umbenannt.


Viva Fidel!

Bei der Stichwahl zwischen Hugo Chàvez und Fidel Castro stimmten 57% der Befragten für Fidel, als besten sozialistischen Staatsmann in der Geschichte Lateinamerikas. Genosse Chàvez kam dennoch auf 42% der Stimmen, was seine großen Verdienste in der Arbeiterbewegung bestätigt.
Als nächstes nun die Frage, wer den Kongress "40 Jahre 1968 - Die letzte Schlacht gewinnen wir" besucht hat.

Donnerstag, 1. Mai 2008

2. bis 4. Mai in Berlin

Im Rahmen des 68er Kongresses bin ich vom 2. bis 4. Mai in Berlin. Bericht folgt. Bericht vom 1. Mai folgt auch. Umfrageanalyse ebenfalls.

Freitag, 25. April 2008

Hagen Rether über den Papst